Erfahrungsbericht Labe-Radweg

Hallo Radler, wir sind an Pfingsten 2004 den Elberadweg von der Quelle bei Spindlermühle bis nach Decin nahe der tschechisch-deutschen Grenze geradelt. Hier einige Infos dazu die natürlich nur unsere eigenen Erfahrungen widerspiegeln und nicht verbindlich sind: 1. Wie kommt man hin? Am besten mit dem Auto. Die Fernstraßen in Tschechien sind meist gut und mit wenig Verkehr. Bus- und Bahnverbindungen sind auch ok, aber um an die Elbquelle nach Spindleruv Mlyn (Spindlermühle) zu kommen muss man oft umsteigen. Mit den Rädern in Bussen und Bahnen ist das nicht so einfach und zeitaufwändig. 2. Orientierung Der Labe-Radweg (Nr. 24 und ab Melnik Nr. 2) ist ohne gute Karten kaum zu machen. Die Hinweisschilder sind vor allem im oberen Teil bis etwa Kolin äußerst selten und nicht besonders hilfreich. Es gibt aber unter der Adresse www.cykloserver.cz/CykloServer/CsSIZbr.Asp?intRubrKis=1005 im Internet Kartenmaterial für den gesamten Labe-Radweg in sehr gutem Maßstab ( Labska trasa). Trotz guter Karte – ohne sich mal zu verfahren kommt man unserer Erfahrung nach nicht durch. 3. Wegequalität Der Labe-Radweg wird fast immer dicht an der Elbe geführt aber man kann oft auf Landstraßen etwas abseits der Elbe besser vorankommen. Zwischen Hostinne und Dvur Kralove gibts eine lange zähe Steigung, sonst geht es meist eben oder leicht hügelig dahin. Straßen mit mehr oder weniger Verkehr wechseln mit Rad- und Feldwegen ab. Die Straßen sind meist mit gemeinen Schlaglöchern und/oder Kopfsteinpflaster versehen und oft bestehen die Radwege nur aus engen, sandigen oder lehmigen Angler -Trampelpfaden dicht an der Elbe. In den Städten schwimmt man fast ausschließlich im Verkehr mit. Die kleinen Landstraßen sind meist nicht sehr befahren, aber Achtung: Die LKW fahren oft wie der Teufel! Gut ist, dass die Straßen häufig ziemlich breit sind und es rechts neben der Randmarkierung genug Platz gibt. Erst ab etwa Melnik gibt es wirklich gut ausgebaute Radwege. Es wird allerdings überall heftig gebaut. Allgemein braucht man für den Labe-Radweg ein sehr stabiles Rad, gut befestigtes Gepäck und Erfahrung mit dem Fahren mit Gepäck auf schlechten Wegen und im Verkehr. 4. Übernachtung und Verpflegung In den Städten gibt es Hotels, Pensionen, Restaurants, etc und die auch bei uns bekannten Supermärkte. Alles ist deutlich billiger als bei uns, vor allem Lebensmittel und Übernachtungen. Das Essen in den Restaurants war immer ordentlich wenn auch nicht gerade Sterne-verdächtig. (Besonders gut können die Tschechen unserer Meinung nach Bier, Knödel, Kraut und Süßspeisen.) Einheimische nach guten Restaurants oder Pensionen fragen! In den kleinen Orten gibt es wie bei uns auch kaum Übernachtungsmöglichkeiten und nur mehr selten einen Einkaufsladen. Unterkünfte lassen sich z.B. unter http://de.pensionhotel.cz/ finden. In Kolin bekommt man kaum Unterkunft, da die Stadt sozusagen von Monteuren besetzt ist ( Bau eines Automobilwerks…). Viele ältere Tschechen sprechen Deutsch. Die jüngeren sprechen teilweise Englisch aber weniger Deutsch. Ein paar Brocken Tschechisch sollte man aber schon können, (Wörtebuch nicht vergessen) dann klappt die Kommunikation recht gut. Wir haben übrigens nie unfreundliche Leute erlebt. 4. Sightseeing Man kann von Spindlermühle aus etwa 5 km mit dem Rad Richtung Elbquelle radeln (guter Weg!) und dann noch etwa 5 km durch den Elbgrund zur Elbquelle zu Fuß wandern. Der Weg ist absolut lohnend! Sehenswert sind die Innenstädte mit ihren böhmischen Marktplätzen (Z.B. Hradec Kralove, Kolin und Roudnice). Ansonsten ist das gesamte Elbtal landschaftlich schön und abwechslungsreich (die Industrieanlagen gehören für uns eben auch zum Bild einer Landschaft). Wir fanden auch den Gegensatz zwischen ex-sozialistischem Zerfall und überall sichtbarem Wiederaufbau und Neubeginn interessant. Die Steigung nach Melnik hinauf sollte man sich antun: Die Aussicht ist toll! 5. Fazit Den Labe-Radweg sollte man auf jeden Fall radeln, wenn man ein bisschen Abenteuer und schlechte Wege nicht scheut. Und man sollte es tun, solange Tschechien nicht ganz der europäischen Gleichmacherei verfallen ist… Noch eine Anmerkung: In Tschechien gibt es mengenweise bellende Wachhunde! Das Gute ist, sie sind (fast) immer hinter einem Zaun eingesperrt… Viel Spaß beim Entdecken eines besonderen Radwegs!

Thomas